Werk

Die von Bussereau gegründete Kongregation der Schwestern vom Hl. Paulus lebt heute im Mutterhaus der Gründung: im St. Paulusstift Herxheim bei Landau in der Pfalz. Die beiden verblieben Paulusbrüder sind im Chiemgau. Zur Zeit hat der weibliche Zweig 18 Mitglieder. Altersbedingt haben sich die Schwestern und Brüder völlig aus der Pflege herausgezogen.

Bussereaus Lebenswerk lebt in Deutschland weiter in der 2002 errichteten Stiftung, die seinen Namen trägt, und seit 1927 in den Tätigkeiten der Paulusschwestern in Südafrika. Die Mission in Südafrika ist aufgegangen in eine eigene südafrikanische Kongregation: Congregation of the Sisters of St. Paul (CSP) in Reitz/Free State/Südafrika. Das Werk der Brüder des Hl. Paulus ist aufgegangen im Caritasverband der Diözese Speyer.


Deutschland

Die Jacob Friedrich Bussereau Stiftung hat ihren Sitz in Herxheim bei Landau in der Pfalz.

Das St. Paulus Stift in Herxheim bei Landau in der Pfalz ist eine Einrichtung für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Die Einrichtung umfasst neben dem Stift noch die beiden Häuser in Rülzheim und Edenkoben und bietet insgesamt 178 Wohnplätze. Neben den Wohnbereichen bietet das St. Paulus Stift auch eine Tagesförderstätte, Seniorenbetreuung und tagesstrukturierende Maßnahmen – auch in Kooperation mit der Südpfalzwerkstatt – an.

Das St. Paulus Stift in Neuötting widmet sich Menschen mit geistiger, psychischer und/oder seelischer Behinderung. Die Einrichtung verfügt über 206 Plätze und verbindet ambulant betreutes Wohnen mit Tagestruktur-Angeboten, Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Seniorenbetreuung sowie einer eigenen Förderstätte. Das St. Paulus Stift in Neuötting arbeitet eng mit dem Wohn-Trainings-Zentrum Burghausen (WTZ) und den Ruperti Werkstätten in Altötting zusammen.

Der Schwerpunkt des Alten- und Pflegeheims St. Klara in Altötting liegt in der Betreuung seiner rüstigen und pflegebedürftigen Bewohner verschiedener Pflegestufen. Als Altenhilfeeinrichtung mit 184 Plätzen verfügt das St. Klara mit seinen Zusatzqualifikationen in gerontopsychiatrischer Pflege und Palliative Care über ein breites Mobilisierungs- und Aktivierungsangebot und eine Hospizbegleitung.


Südafrika

The Religious Sisters of St. Paul (CSP)

Ein Traum Bussereaus wird von den Schwestern nach seinem Tod 1919 tatsächlich weiter verfolgt – sie eröffnen eine Mission: 8 Jahre danach - 1927 - brechen die ersten Schwestern nach Südafrika auf. Heute sind die Religious Sisters of St. Paul eine selbständige Kongregation mit ihrem Mutterhaus in Reitz/Freestate und Außenstellen in Petrus Steyn, Senekal und Puthadijaba. Ihre Zahl beläuft sich z.Z. auf 30 Schwestern, davon noch eine deutsche Schwester: Sr. M. Gerlinde.


Zitate von Prälat Jakob Friedrich Bussereau

  • Wer die Gebote bewahrt, bewahrt seine Seele und wer den Weg der Gnade vernachlässigt, wird zu Grunde gehen.
  • Wir haben nichts zu fürchten und nur zu gewinnen, wenn wir den geraden Weg der Tugend und der Gerechtigkeit wandeln.
  • Zuallererst muss dir missfallen, was du bist, damit du das werden kannst, was du nicht bist.
  • Auch im Guten will der Herr den Eigensinn gebrochen haben.
  • Durch das Gebet wächst die Seele in der Liebe.
  • Seien wir treu, dann haben wir nichts zu fürchten!
  • Die Welt sieht auf das Äußere und wir haben in erster Linie das Innere zu pflegen.
  • Wer den Kern hat, lässt die Schale gern fahren!
  • Glauben wir ja nicht, Gott befriedigt und unseren Lohn verdient zu haben, bevor wir nicht alles auf den Altar der Opferliebe gelegt haben!
  • Die Opfer sind die Steine für den Aufbau und Leiden sind der Kalk und Mörtel; ohne sie hält kein Bau, bleibt kein Stein auf dem andern!
  • Alles für Jesus und seine Lieblinge, die Ärmsten und Leidenden!
  • Die schönste und kostbarste Weihnachtsgabe ist es doch, um der heiligen Armut willen und im Entsagen um Gottes willen leben zu dürfen!
  • Die eine Ehre der Jungfräulichkeit ist: von Gott in Besitz genommen zu sein, sein Eigentum zu sein und für sein Wohlgefallen reserviert zu sein.
  • Die reinen Seelen sind die Ruhegärten, in die sich Jesus flüchtet.
  • Wie in einer Knospe die Blüten zusammengeschlossen sind, so werden durch das Stillschweigen die Seelenkräfte zusammengehalten.
  • Zum Schweigen muss uns die Ehrfurcht vor dem allgegenwärtigen Gott und der Umgang mit ihm veranlassen.
  • Wir müssen schweigen, damit wir lernen mit Gott zu reden. Wenn wir selbst sprechen, schweigt Gott.
  • Durch das Stillschweigen lernen wir, auf rechte Weise reden.
  • Stillschweigen ist Kampf gegen die Eigenliebe und Übung der Selbstverleugnung.
  • Künstler ist nur der, der weiß, wo er zu reden und wo er zu schweigen hat. Es gehören dazu Rücksicht, Vorsicht und Umsicht. Diese drei sind eins in der Tugend der Weisheit.
  • Maß in Freuden gibt Maß in Leiden!
  • Ein unermesslich, unerschöpfliches Kapital ist das Gottvertrauen.
  • Wahres Gottvertrauen ist noch nie zuschanden geworden.
  • Die Werkzeuge Gottes müssen durch tiefe Verdemütigungen und harte Prüfungen erfahren, dass nicht ihnen die Ehre gebührt, sondern dem Allerhöchsten allein!
  • Auf den lieben Gott vertrauen und wenn die Wogen noch so hoch gehen!
  • Wenn es gar nicht mehr geht, dann kommt schon der liebe Gott zu Hilfe.
  • Menschen können uns alles nehmen, aber eines nicht: die Liebe zu Gott und ein unerschütterliches Vertrauen.
  • Die Leiden sind die sichersten Probemittel des wahrhaft Guten.
  • Leiden ist das göttliche Siegel auf die guten Werke.
  • Die Leidensprobe ist die beste in der Liebe Gottes. An dem Felsen der Treue und Standhaftigkeit stumpfen sich alle, auch die schärfsten Waffen, ab.
  • Gott gefällt es, seine Werkzeuge mit den Merkmalen auszuzeichnen, mit denen er die Werke seiner Ehre ziert: nämlich mit Verfolgungen, Widersprüchen, Schmach; sie müssen das Siegel des Kreuzes tragen, Torheit und Ärgernis.
  • Freuden werden immer durch die entsprechenden Leiden im Voraus angekündigt. Süß sind die Schmerzen, die aus Liebe getragen werden. Das Leiden stählt die Seele!
  • Durch geduldiges Leiden und Ertragen der Verfolgungen und Ränke seiner Feinde hat der göttliche Meister sie überwunden und über sie gesiegt – das ist unser Vorbild!
  • Der Seelenadel kennt keine Rachsucht, er ist jederzeit versöhnlich und zum Verzeihen geneigt und erwidert die Unbill in Liebe.
  • Wenn wir Gott zu Ehren geduldig leiden, so schenkt er uns die ganze Frucht des bitteren Leidens Christi. Die Geduld ist der Brautring, mit dem sich Gott der Seele vermählt.
  • Lasset uns freiwillig, lasset uns unschuldig, lasset uns geduldig leiden und wir sind bei Jesus!
  • Gott ist es, der alles leitet, er lenkt auch die Herzen der Menschen, wenn es Zeit ist, dass wir der Hilfe bedürfen.
  • Wir haben unter keinen Umständen etwas zu verlieren, solange wir unserem Berufe treu dienen.
  • Ich für meinen Teil bemesse die Liebe danach, wie groß der Seeleneifer eines Menschen ist.
  • Nicht Menschenklugheit, nicht Willensenergie, nicht Genie und nicht Geld, sondern die Liebe, die echte, wahre und tätige Gottes- und Menschenliebe, das ist das Element, durch das das traurige Angesicht der Erde erneuert werden soll, zum Staunen der ungläubigen Welt.